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Durchwachsene Silphie

Durchwachsene Silphie

Silphium perfoliatum L.

Merkmale

Nach einer langsamen Jugendentwicklung im ersten Jahr präsentiert sich die Durchwachsende Silphie im zweiten Jahr als eine hochwachsende, gelb blühende Pflanze mit vierkantigem Stängel und großen, gegenständig angeordneten Blättern. Diese Blätter sind am Stängel zusammengewachsen, so dass sich darin Tauwasser sammeln kann. Daher wird die Pflanze auch Becherpflanze genannt. Die Pflanze ist mehrjährig und eine wirtschaftliche Nutzung kann durchaus 10 bis 15 Jahre erfolgen.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Die Durchwachsene Silphie hat in den letzten Jahren als Alternative zum Maisanbau mit diversen ökologischen Vorteilen zunehmend Beachtung für die Biogasproduktion gefunden. In den gemäßigten Regionen Nordamerikas zuhause, gelangte die Pflanze über Russland in die ehemalige DDR. Dort wurde sie zunächst als Viehfutter getestet, konnte sich aber nicht etablieren. Seit etwa 10 Jahren wird ihre Eignung als Energiepflanze für Biogasanlagen untersucht.

Anbau

Aufgrund einer langsamen Jugendentwicklung wurde ein Feldbestand bisher durch Pflanzung etabliert. Inzwischen ist es durch erste züchterische Erfolge gelungen, Saatgut für eine Aussaat mit herkömmlicher Sätechnik bereitzustellen. Die Aussaat bzw. Pflanzung erfolgt bei ausreichend erwärmtem Boden im Frühjahr. Im ersten Jahr liegt die Hauptarbeit in der Unkrautbekämpfung. Zur Samenreife im September erfolgt die Ernte bei etwa 24-28 % Trockenmassegehalt mit einem Maishäcksler, anschließend wird das Erntegut siliert. Bislang liegen nur relativ wenige Erfahrungen zum Praxisanbau vor. Deutschlandweit werden zurzeit einige hundert Hektar angebaut. Der Versuchsanbau erreicht Erträge von 13 bis 20 t TM pro Hektar, die im Praxisanbau durchaus bestätigt wurden.

Detaillierte Hinweise zu acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen (wie Fruchtfolge, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz u. s. w.) erhalten Sie u. a. über die Datenbank Pflanzenbau des KTBL, Landwirtschaftskammern und landwirtschaftliche Landesanstalten (z.B. Anbautelegramm der TLL) und in den FNR-Regionalbroschüren zum Energiepflanzenanbau.

Verwendung als nachwachsender Rohstoff

Substrat für Biogasanlagen

72 m³ Methan/ t FM oder 3.500 m³ Methan/ ha, entspricht 35.100 kWh/ha

Weitere Informationen

 (FNR nach Gödecke, K. aus.: Pflanzen für Industrie und Energie sowie KTBL-Datensammlung Energiepflanzen)