Energiepflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Energiepflanzen

Einleitung

Nicht nur an der stofflichen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, sondern auch an ihrer energetischen Verwendung wächst das Interesse. Im Jahr 2014 wurden auf ca. 2,3 Millionen Hektar  Rohstoffpflanzen angebaut. Davon stehen knapp 2,1 Millionen Hektar dem Energiepflanzenanbau zur Verfügung. Hinzu kommt Holz aus 11,4 Millionen Hektar Wald, einer Fläche, die einem Drittel der gesamten Bundesrepublik entspricht. Das geschlagene Holz steht der Industrie und der Energieversorgung zur Verfügung.

Ob für die Kraftstoffproduktion, die Wärme- oder Stromerzeugung - Biomasse dient zunehmend als Energielieferant.

"Prima" - könnte eine Reaktion der Verbraucher sein, schließlich steigen die Preise für fossile Energieträger stetig und Lieferunzuverlässigkeiten sorgen für Ängste.

"Prima" - könnte auch der Ausruf der Regierung sein, denn die Klimadiskussionen mit erschreckenden Vorhersagen reißen nicht ab und somit scheint Deutschland energiepolitisch auf einem guten Weg.

"Denkste" - sagen Kritiker, die sich u.a. aus den Bereichen Klima- und Umweltschutz zu Worte melden.

Was also ist wirklich dran an Energiepflanzen und was werden sie der Zukunft bringen?

Führt der Energiepflanzenanbau tatsächlich zwangsläufig zu einer Intensivierung der Landwirtschaft?

Diese Internetseiten sollen hierzu Aufschluss geben und Ihnen umfangreiche Informationen und Kontakte zu allen Fragen rund um Energiepflanzen bieten.

Mischfruchtanbau, Mohn zwischen Getreide
Wie umweltfreundlich kann der Energiepflanzenanbau in Zukunft gestaltet werden?

Was sind Energiepflanzen?

Energiepflanzen gehören zu den nachwachsenden Rohstoffen und werden ausschließlich für die energetische Nutzung angebaut. Sie liefern jedes Jahr neu und überall in Deutschland die nötige Biomasse für Wärme, Strom und Kraftstoffe. Damit ist Bioenergie aus Energiepflanzen vielen anderen erneuerbaren Energien gegenüber im Vorteil und die Nachfrage boomt. Nicht zuletzt auch, weil sowohl CO2-Emissionen als auch die Endlichkeit fossiler Rohstoffe als wachsende Probleme erkannt werden und die Bundesregierung ihre umweltpolitischen Maßnahmen zunehmend darauf abstimmen muss.

Endgültiges Ziel der Regierung ist die Bereitstellung von 50 % des Primärenergieverbrauchs aus regenerativen Quellen bis 2050 und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 40 % gegenüber 1990. Mit dieser Zielsetzung trägt die Bundesregierung nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern bemüht sich gleichzeitig um eine nachhaltige und sichere Energieversorgung durch die Erschließung einheimischer erneuerbarer Energien.

Energiepflanzen sind Biomasse die

  • nachhaltig produziert werden kann,
  • fossile Ressourcen schont,
  • lagerfähig ist und damit zur bedarfsgerechte Bereitstellung beiträgt,
  • die Abhängigkeit von Energieimporten (Erdöl, Erdgas) reduziert und
  • dazu beiträgt, dass der ländliche Raum gestärkt wird. Denn durch den Anbau von Energiepflanzen entstehen Arbeitsplätze in der deutschen Land- und Forstwirtschaft.

Energiepflanzen sind der Hoffnungsträger auf dem Energiemarkt. Damit sie kostengünstig, ökologisch verträglich und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, muss ihr Anbau äußerst effizient erfolgen. Maximalen Erträgen auf den vorhandenen Flächen stehen minimaler Aufwand beim Anbau, bei der Ernte bis hin zur Weiterverarbeitung gegenüber.

Da sich Klima, Boden und Grundwasservorkommen regional unterscheiden, haben je nach Standort unterschiedliche Pflanzen als Energiepflanzen Bedeutung.

Treibhauseffekt

Über die Fotosynthese speichern die Pflanzen in ihrer Biomasse Sonnenenergie. Jahrtausende lang nutzten die Menschen diese Biomasse als Energieträger. Im vergangenen Jahrhundert wurden die nachwachsenden Energielieferanten durch die fossilen Rohstoffe Kohle, Erdöl und Erdgas abgelöst. Bei deren Verbrennung gelangt das vor Millionen von Jahren gebundene Kohlendioxid zusätzlich in die Atmosphäre. Der Treibhauseffekt wird anthropogen verstärkt und es kommt zu Klimaänderungen. Da diese negativen Auswirkungen bei der Nutzung regenerativer Energien unterbleiben, werden sie als Alternative zu den fossilen, endlichen Energieträgern gefördert und erforscht.

Bedeutung der Energiepflanzen

Heute deckt Energie aus Biomasse knapp 8 % des deutschen Endenergieverbrauchs. Nach aktuellen Potenzialschätzungen trägt Biomasse in Zukunft maßgeblich zur Energieversorgung hierzulande bei. Bis zu 23 % des Bedarfs an Wärme, Strom und Kraftstoffen kann sie 2050 decken. Holz und andere  Energiepflanzen aber auch Reststoffe wie Stroh, bieten das Potenzial, einen erheblichen Teil unserer Energie nachhaltig aus einheimischen Quellen zu erzeugen.

Weitere Informationen finden Sie unter: bioenergie.fnr.de