Energiepflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Sonnenblume

Helianthus annuus L.

Merkmale

Die einjährige Sonnenblume hat eine von dichtem Wurzelfilz umgebene Pfahlwurzel und einen bis zu drei Meter hohen markhaltigen Stängel. Er wird bis zu vier Zentimeter dick und trägt wechselständige, herzförmige, behaarte Blätter. Charakteristisch für die Sonnenblume ist der endständige tellergroße Blütenkorb mit den randlichen sattgelben Zungenblüten und den inneren braunen Röhrenblüten. Blätter und Blütenkörbe drehen sich im Laufe des Tages immer zur Sonne. Aus den fremd- oder selbstbefruchteten Röhrenblüten reifen die bis zu 17 mm langen schwarzen, weißen oder gestreiften Früchte.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Die Sonnenblume stammt aus den ariden Gebieten Nordamerikas, wo die Indianer die fettreichen Samen als Nahrung nutzten. Anfang des 16. Jahrhunderts brachten die Spanier die Sonnenblume als Zierpflanze nach Europa. Ihre Bedeutung als Öllieferant erkannte man allerdings erst um 1830 in Südrussland. Von dort eroberte die Sonnenblume aufgrund erfolgreicher Züchtungsmaßnahmen weite Teile der Welt und gilt heute als eine der bedeutendsten Ölpflanzen.

Anbau

Die Aussaat erfolgt Mitte April mit Einzelkornsämaschinen mit dem Ziel, dass fünf bis sieben Pflanzen pro m² aufwachsen. Die Körnerernte im September/Oktober erbringt Erträge von 25-40 dt/ha. Massereiche Energiesonnenblumen können auch als Ganzpflanzensilage geerntet und dann für die Biogasproduktion genutzt werden. Hierbei sind Erträge von 7-15 t TM/ha erzielbar, problematisch ist allerdings der niedrige TM-Gehalt (oft < 30 %) zum Erntezeitpunkt.

Für die Nutzung als Ölpflanze wurde der Ölgehalt der Sonnenblume züchterisch auf über 50 % angehoben. Aufgrund des hohen Anteiles an essentieller Linolsäure (bis zu 80 %) ist das Öl für die menschliche Ernährung ernährungsphysiologisch sehr bedeutsam, für technische Zwecke ist hingegen ein hoher Ölsäuregehalt wichtig den neugezüchtete sogenannte High-Oleic-Sonnenblumen (75-90% Ölsäure) aufweisen. Daneben erfolgte in den letzten Jahren auch die Züchtung biomassereicher Sorten als Biogassubstrat.

Aktuell werden in Deutschland knapp 19.000 ha Sonnenblumen angebaut, darunter für technisches Sonnenblumenöl ca. 9.000 ha Die Anbaufläche für die Biogasproduktion ist dagegen eher unbedeutend.

Detaillierte Hinweise zu acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen (wie Fruchtfolge, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz u. s. w.) erhalten Sie u. a. über die Landwirtschaftskammern und landwirtschaftliche Landesanstalten, in den FNR-Regionalbroschüren zum Energiepflanzenanbau und die Datenbank Pflanzenbau des KTBL.

Verwendung als nachwachsender Rohstoff

Rohstoff für die Industrie - Technisches Öl

(Konventionelle Sonnenblume: 40-50 % Ölgehalt im Samen, davon 15-40 % Ölsäure;High-Oleic-Sonnenblume: 75-90 % Ölsäure)

Grundstoff für Farben und Lacke (stark trocknendes Öl)

Weichmacher, Schmieröl und Treibstoff (raffiniertes Öl)

 

Substrat für Biogasanlagen

68 m³ Methan/ t FM oder 2.400 m³ Methan/ ha, entspricht 23.900 kWh/ha

 

Ausgangsprodukt für Biokraftstoffe

Biodiesel, Pflanzenölkraftstoff

Weitere Informationen

(FNR nach Pude, R.: Pflanzen für Industrie und Energie sowie Leitfaden Biogas)

Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe