Energiepflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Steinklee

Melilotus

Merkmale

Zur Gattung Steinklee (auch Bokharaklee, engl. sweet clover und russ. Donnik genannt) gehören in Eurasien mehr als 20 Arten. Er kommt vorrangig als zweijährige Form vor und wächst im zweiten Jahr buschartig mit mehreren gleichberechtigten Sprosstrieben, an denen die Laubblätter (Fiederblätter) wechselständig angeordnet sind. Steinklee blüht in end- und seitenständigen, vielblütigen Trauben, der Weiße Steinklee (Melilotus albus) weiß, der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis) gelb. Steinklee hat eine kräftige Pfahlwurzel mit stickstoffbindenden Wurzelknöllchen und kann Wuchshöhen bis zu 200 cm erreichen.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Steinklee ist in den kontinentalen Gebieten Eurasiens beheimatet und als Kulturpflanze seit dem 18. Jahrhundert weltweit verbreitet. Wie der Name sagt, bevorzugt er steinige Standorte und liebt basenreichen, kalkreichen oder leicht salzigen Boden. Steinklee wächst verbreitet in sonnigen Unkrautfluren, an Wegen, in Steinbrüchen, an Ufern und Schuttplätzen. Wirtschaftlich wurden in Mitteleuropa und in Regionen vergleichbarer Klimabedingungen zwei Arten dieser Pflanzengattung genutzt: der Gelbe Steinklee Melilotus officinalis und der Weiße Steinklee Melilotus albus. Der Gelbe Steinklee galt in Europa seit dem Altertum als Heilpflanze.

Anbau

Steinklee ist eine relativ anspruchslose Pflanze, die mit geringen Bodenqualitäten zurechtkommt und nässe- und trockentolerant ist. Zudem hat Steinklee einen sehr guten Vorfruchtwert und bietet eine hervorragende Bienenweide.

Die Aussaat erfolgt am besten als Reinsaat im Frühjahr, aber auch Untersaaten in früh räumende Deckfrüchte sind möglich. Je nach Aussaattermin kann ein- bis zweimal pro Jahr geerntet werden. Der erzielbare Biomasseertrag einer Frühjahrsblanksaat liegt im Ansaatjahr zwischen 25 und 80 dt Trockenmasse/ ha und im Hauptnutzungsjahr zwischen 100 und 150 dt Trockenmasse/ ha.

Detaillierte Hinweise zu acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen (wie Fruchtfolge, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz usw.) erhalten Sie u. a. über die FNR-Regionalbroschüre zum Energiepflanzenanbau Mecklenburg-Vorpommern.

Verwendung als nachwachsender Rohstoff

Substrat für Biogasanlagen

Rohstoff für die Industrie

pflanzliches Arzneimittel

Weitere Informationen

 

 

(FNR nach Bull, I., LFA M-V)

 

 

Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe