Energiepflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Bienen und Landwirtschaft

Bienen und Landwirtschaft

Bienen sind für das Funktionieren vieler Ökosysteme unverzichtbar. Von ihrer Bestäubungsleistung hängen die Erträge wichtiger landwirtschaftlicher Kulturarten im Pflanzen-, Garten- und Obstbau unmittelbar ab. Beispielsweise sind die meisten Ölsaaten und Körnerleguminosen auf den Blütenbesuch durch Bienen oder andere blütenbestäubende Insekten angewiesen.

In Deutschland wurden 2013 nach Angaben des Deutschen Imkerbundes e.V. (D.I.B.) rund 639.000 Bienenvölker gezählt, in den 1990er Jahren gab es noch etwa eine Million Bienenvölker. Damit ging die Zahl der von Imkern gehaltenen Völker trotz der hohen ökologischen und ökonomischen Bedeutung der Imkerei in den letzten Jahren erheblich zurück.
Diese Entwicklung lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen:

  • pro Imker werden weniger Bienenvölker gehalten
  • durch die Varroa-Milbe und andere Bienenkrankheiten treten Bienenverluste auf
  • aufgrund des nicht ausreichenden Pollen- und Nektarangebotes nach der Obst- und Rapsblüte ist eine ganzjährige Standort-imkerei in Gebieten mit intensiv genutzten Acker- und Grünlandflächen nicht möglich.

(Energie-)Landwirte haben viele Möglichkeiten, die Lebensbedingungen der Bienen zu verbessern. In erster Linie können sie das durch die Trachtverbesserung mit blühenden Pflanzen erreichen. Zu diesen Maßnahmen zählen das Integrieren blütenreicher Zwischenfrüchte und Hauptkulturen in die Fruchtfolge. Davon profitieren sowohl der Landwirt als auch der Imker: Der Landwirt kann über die Zwischenfrüchte mit meist relativ geringem finanziellen Aufwand die Voraussetzungen für hohe Erträge der Folgefrüchte schaffen, der Imker erntet hochwertigen Honig. Zur Vermeidung von Bienenschäden sollte der Landwirt die Zwischenfrüchte möglichst erst nach der Blüte ernten bzw. mulchen. Dabei ist es empfehlenswert, diese Tätigkeiten auf die frühen Morgen- bzw. späten Abendstunden zu verlegen, damit die Flugbienen, die tagsüber auf der Fläche unterwegs sind, nicht zu Schaden kommen. Der Anbau von blühenden Energiepflanzen-Dauerkulturen, wie der Durchwachsenen Silphie, die vom Landwirt als Biogaskultur genutzt werden kann, ist eine weitere Maßnahme zur Trachtverbesserung. Auch die Anlage von blütenreichen Ackerrandstreifen bzw. ein- oder mehrjährigen Blühstreifen sorgt für ein reichhaltiges Pollen- und Nektarangebot. Durch das Ausbringen von Untersaaten (Weißklee, Inkarnatklee), z.B. unter Getreide und Mais, können ebenfalls gute Bienenweiden geschaffen werden, die zudem noch in der trachtenarmen Zeit, nach der Obst- und Rapsblüte, blühen. Die Bienenhaltung kann durch weitere Maßnahmen, wie die Brachebegrünung, die Erhaltung arten- und blütenreicher Grünlandflächen sowie die Reduzierung des Herbizideinsatzes optimiert werden. Zudem ist bei der Anwendung von Herbiziden darauf zu achten, dass die Ausbringung nach Ende des täglichen Bienenflugs, in den Abendstunden, erfolgt und ein Abdriften auf andere Blühpflanzen vermieden wird.

© FNR/H. Stolte
© FNR/H. Stolte

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