Energiepflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Weiden an Fließgewässern

Chancen für Gewässerschutz und Bioenergie

Im Jahr 2012 erreichten nur 10 Prozent der Oberflächengewässer in Deutschland einen „sehr guten“ oder „guten“ ökologischen Zustand. Erosionsbedingte Stoffeinträge von Nitrat und Phosphat aus der Landwirtschaft gehören zu den Mitverursachern mangelnder Gewässerqualität. Der Anbau schnellwachsender Baumarten auf dem Gewässerrandstreifen ist eine Option, solche Stoffeinträge zu verringern. Sie ermöglicht dem Landwirt gleichzeitig auch ein Einkommen aus Bioenergie.

Dass dieser Ansatz funktionieren kann, zeigte das Projekt „Kurzumtriebsplantagen am Fließgewässer“ der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL): Die TLL pflanzte auf einem 12 Meter breiten Streifen am Bennebach im Kyffhäuserkreis Hybridweiden. Das Flurstück fällt zum Bach hin ab und weist eine hohe Erosionsgefährdung auf. Im Ergebnis zeigte sich in den drei Untersuchungsjahren eine deutliche Rückhaltewirkung des KUP-Streifens für Phosphor.

Im Projekt wurden auch die rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert. Demnach müssten das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes oder alternativ die Wassergesetze der Länder geändert werden, um die Ernte des Energieholzes am Gewässerrand zu ermöglichen. Eine Ausnahme stellt Baden-Württemberg dar: Hier ist ab 2019 auf einem 5 Meter breiten Gewässerrandstreifen Ackerbau generell verboten, nur die Anlage und Beerntung von Kurzumtriebsplantagen und die Anlage von Blühstreifen bleiben erlaubt.

Die FNR wirbt über den Förderschwerpunkt „Nachwachsende Rohstoffe und Wasser“ im Auftrag des BMEL weitere Projekte mit dem Potenzial ein, zu einer verbesserten Wasserqualität von Grund- und Oberflächenwasser beizutragen. Auch Vorhaben, die auf einen effizienten Wasserverbrauch in Zusammenhang mit der Erzeugung und Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe zielen, sind hier förderfähig.

Errosion an Gewässerrand (Quelle: TLL)
Errosion an Gewässerrand (Quelle: TLL)
Basisdaten Nachwachsende Rohstoffe