Energiepflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Halmgutpresslinge

Eignung und Optimierung von Halmgutpresslingen für kleine und mittlere Feuerungsanlagen

Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) beschäftigt sich seit August 2010 im Rahmen des Projektes „Eignung und Optimierung von Halmgutpresslingen für kleine und mittlere Feuerungsanlagen“, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die FNR gefördert wird, mit folgenden Themenschwerpunkten:

  • den aktuellen Entwicklungsstand der vorhandenen Technik zur Halmgutkompaktierung und der angebotenen Kompakte und deren Qualitäten zu erfassen
  • Möglichkeiten der thermischen Verwertung von Halmgutpresslingen aus Stroh, Landschaftspflegematerial und Nebenprodukten des Agrargewerbes in kleinen und mittleren Feuerungsanlagen zu untersuchen und
  • Produktnormen für Halmgutkompakte zu erarbeiten.

Im Vorhaben werden Halmgutkompakte untersucht, die aus Biomassereststoffen halmgutartiger Rohstoffe, Energiepflanzen und anderen Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft (z.B. extensive Grünlandaufwüchse, Landschaftspflegematerial etc.) hergestellt werden. Preissteigerungen für fossile Energieträger und auch für Holzhackschnitzel sowie Holzpellets eröffnen Marktchancen für alternative Biobrennstoffe. Mit steigendem Brennstoffpreisniveau wird deren Herstellung und Nutzung wirtschaftlich interessant.

Problematisch ist jedoch die Umweltverträglichkeit des Einsatzes alternativer Halmgutpresslinge in Kleinfeuerungsanlagen, da bei ihrer Verbrennung die Grenzwerte der 1. BImSchV überschritten und auch in größeren Biomasseanlagen die Anforderungen der TA-Luft eventuell ohne zusätzliche Maßnahmen zur Rauchgasbehandlung nicht eingehalten werden können. Daher arbeitet die TLL daran, die Zusammensetzung der Halmgutpresslinge zu optimieren, so dass diese in Kleinfeuerungsanlagen und anderen Biomasseanlagen einsetzbar sind. Die Biomassepellets sollen u.a. den Anforderungen aus der 1. BImSchV genügen und eine wirtschaftliche Alternative zu Holzbrennstoffen darstellen.

Auf Basis dieser umfassenden Untersuchungen und der Optimierung ihrer Zusammensetzung sollen Vorschläge für praxistaugliche Produktnormen erarbeitet werden, die zur Etablierung der nicht-holzartigen Biobrennstoffe, nicht nur im landwirtschaftlichen Bereich sondern darüber hinaus führen.

Informationen und Ansprechpartner zum Vorhaben stehen in der Projektdatenbank der FNR unter dem Förderkennzeichen 22004207 zur Verfügung.

© FNR/Dr. Hermann Hansen