Energiepflanzen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Durchwachsene Silphie

Verbundvorhaben: Durchwachsene Silphie - Anbauoptimierung, Sätechnik und Züchtung

War eine Bestandsetablierung der Durchwachsene Silphie bisher nur durch eine arbeits- und kostenintensive Pflanzung möglich, kann diese jetzt auch durch die Direktsaat erfolgen. Zur Aussaat 2015 können interessierte Landwirte Saatgut ordern.

Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Ergebnis hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), das seit 2010 über die FNR Projekte fördert, die auf die Verbesserung der züchterischen Eigenschaften der Silphie, die Etablierung einer Direktsaatmethode sowie die Optimierung von Anbau und Sätechnik abzielen. In den vergangenen Jahren ist es einem der Projektpartner, der N. L. Chrestensen GmbH (NLC) aus Erfurt, gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, das die Keimfähigkeit des Silphie-Saatguts auf etwa 80 Prozent anhebt und die Gleichmäßigkeit der Keimung sowie die Fließfähigkeit des Saatguts deutlich verbessert.

Aktuell wird in einem Verbundvorhaben, koordiniert von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) daran gearbeitet, die Wirtschaftlichkeit des Anbaus im Vergleich zu Mais, die Züchtung und die Sätechnik der Durchwachsenen Silphie weiter zu verbessern. Die Optimierung des Anbauverfahrens hinsichtlich Kosten und Qualität, für das die TLL verantwortlich ist, schließt die Prüfung geeigneter Herkünfte, die Verbesserung der Düngungsstrategie und die Testung möglicher Herbizidvarianten ebenso wie die Durchführung von Aussaatversuchen ein.  Die Parzellen- und Praxisversuche erfolgen in Kooperation mit dem Institut für Landtechnik der Universität Bonn, das sich mit der Erprobung und Modifizierung praxisüblicher Sätechnik für die Silphiesaat befasst. Dritter Verbundpartner ist die Firma N. L. Chrestensen, die für eine noch umfangreichere Herkunftsprüfung sowie die Bereitstellung bzw. Prüfung von Zuchtmaterial verantwortlich ist.

Seitens der Landwirtschaft besteht trotz Streichung der Boni für alternative Energiepflanzen im EEG 2014 weiterhin Interesse an der Durchwachsenen Silphie, da sie in Bestandsanlagen nach wie vor eine Ergänzung zum Mais darstellen kann. Zudem sind mit ihrem Anbau viele ökologische Vorteile verbunden, wie z.B. die ganzjährige Bodenbedeckung und die damit einhergehende Verminderung der Erosion, die geringe Pflanzenschutzmittelintensität und ihre lange Blühdauer. Dadurch wird sie zu einer hervorragenden Bienenweidepflanze. Bundesweit wurden in 2014 ca. 450 Hektar angebaut.

Informationen zu dem aktuellen Verbundvorhaben, das Ende 2017 beendet sein wird, finden Sie in der Projektdatenbank der FNR unter den Förderkennzeichen 22027012 (Teilvorhaben 1), 22027112 (Teilvorhaben 2) und 22027212 (Teilvorhaben 3). Unter den Förderkennzeichen 22001110 (Teilvorhaben 1) und 22012809 (Teilvorhaben 2) sind die Abschlussberichte des vorangegangenen Verbundvorhabens zu finden.

© FNR/Z. Hajkova
© FNR/Z. Hajkova